Poison

Vielen Dank an Amigo für ein Rezensionsexemplar

Auf einen Blick:
Verlag : Amigo
Autor : Reiner Knizia
Grafik : Paul Herbert und Alisa Anya Jaeger
Spieleranzahl : 3 bis 6 Spieler
Alter : ab 8 Jahren
Dauer : ca. 45 min.
Erscheinungsjahr : 2008
 
Spielart: Kartensammelspiel

Auszeichnungen:
Spiel des Jahres 2009 Empfehlungsliste
A la carte 2009 (Platz 5)

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Poison von Amigo

Das Spielmaterial
50 Karten - 1 Spielblock - 1 Spielanleitung

Ziel des Spieles ist es, die Zaubertränke geschickt in den Kesseln zu verteilen, so dass man am Ende die wenigsten Minuspunkte vorweisen kann.

Schauen wir uns zunächst einmal die Karten genauer an. Die Zaubertrankkarten gibt es in drei unterschiedlichen Farben, von jeder Farbe gibt es genau 14 Karten, die einen Zahlenwert von 1 bis 7 zeigen. Außerdem gibt es noch acht farbneutrale Giftkarten, die jeweils einen Zahlenwert von 4 zeigen.

Es werden so viele Runden gespielt wie Mitspieler am Spiel teilnehmen, die einzelnen Runden laufen dabei immer wie folgt ab. Der Startspieler mischt alle 50 Karten und verteilt sich dann reihum an alle Spieler. Je nach Spieleranzahl kann es vorkommen, dass einzelne Spieler dadurch eine Karte mehr auf die Hand bekommen als die restlichen Spieler.
Nachdem alle Spieler ihre Karten auf die Hand genommen haben, werden reihum Karten in die Tischmitte gespielt, wobei der Spieler links vom Startspieler beginnt. Der aktive Spieler muss eine Handkarte in die Tischauslage spielen. Er kann dazu eine Farbkarte oder eine Giftkarte wählen. In der Auslage wird es später maximal drei Kartenreihen gehen, da farbige Karten immer entsprechend ihrer Farbe angelegt werden müssen. Giftkarten dürfen an alle Reihen angelegt werden. Die Farbe einer solchen Reihe wird dadürch nicht verändert. Legt der Spieler eine rote Karte, so muss diese an die rote Reihe angelegt werden. Gibt es aktuell keine rote Reihe, so wird durch diese Karte die rote Reihe eröffnet. Spielt der Spieler eine Giftkarte, so legt er diese an eine Reihe an oder, sofern weniger als drei Reihen ausliegen, eröffnet mit dieser Giftkarte eine neue Reihe, deren Farbe gegebenenfalls erst später bestimmt wird. Zu keiner Zeit im Spiel dürfen mehr als drei Reihen ausliegen, außerdem dürfen niemals zwei Reihen mit derselben Farbe ausliegen.
Immer wenn ein Spieler eine Karte abgelegt hat, egal ob Farb- oder Giftkarte, wird der Wert der Reihe angesagt. Ist der Wert 13 oder höher erhält der Spieler alle Karte dieser Reihe, bis auf die gerade gelegte Karte, in seinen eigenen verdeckten Punktestapel. Die zuletzt gelegt Karte bleibt liegen und bildet somit den Anfang in dieser Reihe.
Die Runde endet, sobald alle Spieler ihre Handkarten runtergespielt haben.

Nun folgt die Punkteauswertung der Runde. Jeder Spieler sortiert seine erbeuteten Karten nach den drei Spielfarben und nach den Giftkarten. Hat ein Spieler in einer Farbe eindeutig die meisten Karten, die Zahlenwerte spielen keine Rolle, zählt jede Karte in dieser Farbe für ihn null Punkte, ansonsten zählen alle Karten in dieser Farbe einen Minuspunkte. Giftkarten zählen immer, unanbhängig ihrer Verteilung unter den Spielern zwei Minuspunkte. Die Minuspunkte der Runde werden notiert.

Es gewinnt der Spieler, der nach der vorgegebenen Rundenzahl insgesamt die wenigsten Minuspunkte sein eigen nennt.

Im Spiel zu dritt gelten die folgenden Sonderregeln. Hier werden sechs Runden gespielt, so dass jeder Spieler genau zweimal Startspieler ist. Außerdem werden die Karten für vier Spieler ausgeteilt, wobei die Karten eines Stapels für die Runde aus dem Spiel genommen werden.
(Superfred 03.03.09)

Weitere Infos:
- Die Homepage von Amigo

Superfred vergibt 7 von 10 Punkten:
Poison ist ein unterhaltsames Kartenspiel, bei dem man allerdings ein wenig um die Ecke denken muss und am besten immer die Anzahl der Karten seiner Mitspieler kennen sollte. Die Anleitung ist übersichtlich und mit vielen Beispielen bebildert. Der Wertungsmechanismus scheint auf den ersten Blick etwas ungewönlich aber durchaus nicht neu, da er in ähnlicher Weise schon in anderen Spielen von Knizia verwendet worden ist. Über die grafische Gestaltung der Karten kann man sich sicherlich streiten. Einige Spieler fanden die Karten deutlich zu dunkel und das Thema zu aufgesetzt. Klar, Poison ist nunmal ein abstraktes Kartenspiel, hier stellt sich dann wie so oft die Frage, ob man auf die Karten einfach nur die Werte abbildet und auf ein Thema verzichtet oder in eine nette Geschichte verpackt. In der Regel wird man das Themenspiel dem abstrakten Spiel vorziehen, bei Poison war unsere Spielgruppe aber in diesem Punkt sehr uneinig. Einig war man sich darüber, dass Poison ein spannendes Ablegekartenspiel ist, bei dem sich Glück in der Kartenverteilung und die taktischen Möglichkeiten die Waage halten, gewürzt mit einer tollen Knizia-Punktewertung. Kaum ein Spieler wird allerdings wirklich die Karten der Mitspieler nachhalten, hier ist sicherlich ein gesundes Bauchgefühl gefragt. Wer spannende Kartenspiele mit einem interessanten Wertungsmechanismus mag, sollte sich Posion mal genauer anschauen. Im Handel ist das Spiel für rund 6 Euro erhältlich.
NACHTRAG: Nachdem das Spiel Poison im Herbst 08 erschienen ist, erschien nun im Februar 09, ebenfalls bei Amigo, das Spiel 13. Dieses Spiel ist im großen und ganzen identisch mit Posion, man hat aber komplett auf ein Thema verzichtet. Das Spiel kommt in einer etwas größeren Schachtel daher und wird rund 10 Euro kosten. Beide Spiele sind parallel im Handel erhältlich.

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