Chicago Express

Vielen Dank an Queen Games für ein Rezensionsexemplar

Auf einen Blick:
Verlag : Queen Games
Autor : Harry Wu
Graphik : Michael Menzel
Spieleranzahl : 2-6 Spieler
Alter : ab 23 Jahren
Dauer : ca. 60 min.
Erscheinungsjahr : 2008

Spielart : Taktikspiel

Auszeichnungen:
NL Spielepreis 2009 Nominierungsliste

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Chicago Express von Queen Games

Das Spielmaterial
1 Spielplan - 23 Häuschen - 5 "+50"-Spielmarken - 20 Aktien - 140 Spielgeldscheine - 103 Loks - 5 Zählsteine - 4 Eisenbahngesellschaftstableaus  - 1 Spielregel

Nirgends sonst auf der Welt konnte die Eisenbahn so viel zur Erschließung eines Kontinents beitragen, wie in Nordamerika. Erst durch die Eisenbahn konnte das unbesiedelte Land erschlossen werden, da die Eisenbahnen das Material zur Erschließung des Landes lieferten. Und gebaut wurden die Eisenbahnen von verschiedenen Firmen, die wiederum von reichen Industriellen finanziert wurden, die durch die Eisenbahnen immer reicher wurden. Sie kauften große Anteile der Eisenbahngesellschaften und profitierten vor allem von den riesigen Dividenden. Können die Spieler es Magnaten wie Cornelius Vanderbilt oder Charles Morgan gleichtun?

Vor dem Spiel werden die drei Zeiger der Anzeigen auf das Feld "Start" gedreht. Die Aktien und Loks der Gesellschaften werden auf die Tableaus der entsprechenden Gesellschaften gelegt. Die Zählsteine für die Gesellschaften, außer für die Wabash, kommen auf die entsprechenden Felder der Einkommensskala. Drei Häuschen werden auf die drei Startfelder der Industrieskal gestellt. Ein Spieler wird zum Bankhalter bestimmt. Abhängig von der Spieleranzahl erhält jeder Spieler ein bestimmtes Startkapital: Bei 2 Spielern 60 $, bei 3 Spielern 40 $, bei 4 Spielern 30 $, bei 5 Spielern 24 $ und bei 6 Spielern 20 $. Nun werden von der PRR, der B&O, der C&O und der NYC jeweils eine Aktie versteigert. Begonnen wird mit der PRR, wobei das Startgebot mindestens 7$ betragen muss. Der Bankhalter wird der Startspieler der ersten Auktion. Er darf zuerst bieten oder passen. Danach folgen die anderen Spieler im Uhrzeigersinn, wobei ein Spieler entweder das bisherige Höchstgebot überbieten oder passen muss. Wer gepasst hat, kann nicht wieder in eine Auktion einsteigen. Der Spieler mit dem höchsten Gebot und erhält den Zuschlag. Er legt das Geld auf das dafür vorgesehene Feld des Tableaus der Gesellschaft und erhält die Aktie. Der Gewinner der Auktion ist erster Bieter der nächsten Auktion. Es wird die B&O mit einem Mindestgebot von 6 $, dann die C&O mit einem Startgebot von 5 $ und zum Schluss die NYC-Aktie mit einem Mindestgebot von 8 $ versteigert. Der Spieler, der die PRR-Aktie ersteigert hat, wird Startspieler.

Das Spiel wird in Spieleraktionen gespielt. Der Startspieler beginnt und die anderen Spieler folgen im Uhrzeigersinn. Es gibt insgesamt drei mögliche Aktionen, von denen ein Spieler immer genau eine Aktion durchführen kann. Er dreht den Pfeil dann ein Feld weiter nach rechts. Steht der Pfeil bereits auf dem roten Feld, dann kan die Aktion nicht gewählt werden. Die Aktionen sehen folgendermaßen aus :
Das Spiel wird in zwei Fällen unterbrochen:
Das Spiel endet, sobald eine von vier möglichen Bedingungen erfüllt ist: Entweder haben drei oder mehr Gesellschaften keine Loks mehr oder drei oder mehr Gesellschaften haben keine Aktien mehr oder es gibt nur noch drei oder weniger Häuser im allgemeinen Vorrat oder das Einkommen von Detroit steht auf "8". Es folgt noch eine abschließende Dividende. Jeder Spieler zählt nun sein Bargeld. Der Spieler mit dem meisten Geld hat das Spiel gewonnen. Bei Gleichstand teilen sich die betroffenen Spieler den Sieg.
(Troudi 27.12.08)

Weitere Infos:
- Die Homepage von Queen Games

Superfred vergibt 9 von 10 Punkten:
„Chicago Express“ ist ein tolles Eisenbahnspiel, dass anspruchsvolle Unterhaltung bietet. Die Anleitung ist verständlich und ausführlich, dennoch schadet es nicht, sie beim ersten Spiel bereit zu halten und gegebenenfalls noch mal zu konsultieren. Auch wenn die Anleitung nicht wirklich komplex ist schadet es sicherlich nicht das Spiel am besten erklären zu lassen, denn bereits schon kleine Fehler können das Spielgeschehen aus der Bahn werfen, und diesem tollen Spiel ungerecht werden. Das Spielmaterial kann sich ebenfalls sehen lassen: kleine Eisenbahnfiguren aus Holz, schön gestaltete Aktien und Geld, und auch der übersichtliche Spielplan sorgen für ein positives Spielgefühl. Die Zielgruppe für das Spiel ist in erster Linie sicherlich der Spielefreak, aber auch die Spieler die nicht regelmäßig zu unserer Spielegruppe kommen, hatten durchaus Spaß an diesem hervorragendem Eisenbahnspiel. Es funktioniert regeltechnisch in jeder Spieleranzahl, wobei ich persönlich eine größere Runde vorziehe, da hier mehr Konkurrenz auf dem Brett vorherrscht und gleichzeitig mehr Bahnen entwickelt werden. Dabei können unterschiedliche Strategien zum Ziel führen. Sowohl ein Monopol auf eine Linie die ins Ziel kommt kann erfolgreich sein, aber auch wenn man sich zu den richtigen Zeitpunkten an mehreren Bahnen beteiligt. Entscheidend ist wie viel Geld man zu welcher Zeit investiert und hier gilt es den Überblick zu behalten und die eigenen Entscheidungen damit abzuwägen, was die anderen Spieler so machen. Außerdem positiv anzumerken ist die angenehme Spieldauer von rund 60 Minuten, so dass einer Revanche nichts im Wege steht. Wer sich dem Thema Eisenbahnspiele nicht völlig verweigert sollte bei diesem hochinteressanten Spiel unbedingt zuschlagen. Im Handel kostet „Chicago Express“ rund 30 Euro. Am Ende sei noch erwähnt, dass „Chicago Express“ ein Neuauflage des im letzten Jahr bei Winsome nur mit 80 Exemplare erschienenen „Wabash Cannonball“ ist und nun dank Queen-Games verdient einem breiten Publikum vorgestellt werden kann. In diesem Jahr gab es bei Winsome eine kleine aber feine Erweiterung zu „Wabash Cannonball“. Hoffentlich wird auch diese Erweiterung durch Queen-Games für die Masse spielbar werden.

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