Blue Banana

Vielen Dank an Pianik für ein Rezensionsexemplar

Auf einen Blick:
Verlag : Piatnik
Autor : Wolfgang Warsch
Spieleranzahl : 2 bis 5 Spieler
Alter : ab 10 Jahren
Dauer : ca. 20 min
Erscheinungsjahr : 2019

Spielart: Reaktionsspiel


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Blue Banana von Piatnik

Das Spielmaterial
109 doppelseitige Motivkarten - 20 Straf-Chips - 1 Spielmodus-Karte - 1 blaue Bananen-Figur - 1 Spielanleitung

Ziel des Spiels ist es möglichst schnell die richtige Farbe und den richtigen Gegenstand aus den Vorgaben herauszulesen um dadurch viele punktebringende Karten einzusammeln.

Zu Beginn des Spiels werden die 109 Motivkarten gut gemischt. 16 Karten werden abgezählt und zu einem Nachziehstapel bereitgelegt, der mit der Spielmoduskarte mit grünen Haken abgedeckt wird. Die restlichen Karten werden in acht etwa gleich hohe Stapel aufgeteilt, die kreisförmig angeordnet in die Tischmitte gelegt werden. Diese bilden die offene Kartenauslage. Nun wird noch die blaue Banane in die Kreismitte und die Punktechips etwas abseits der Karten abgelegt. Außerdem bekommt jeder Spieler zu Spielbeginn einen Strafchip.

Schauen wir uns die Motivkarten genauer an. Jede Karte zeigt auf jeder Seite genau eines von acht Objekten in einer von acht Farben, wobei Farbe und Objekt niemals übereinstimmen. Es gibt eine gelbe Banane, einen grünen Frosch, einen blauen Blauwal, eine violette Aubergine, einen pinken Flamingo, eine rote Erdbeere, einen orangen Basketball und einen schwarzen Zylinder. Für alle die sich die Gegenstände nicht merken können, empfielt es sich, die Übersichtsseite der Anleitung mit diesen acht Gegenständen offen auszulegen. Die richtige Farbe-Gegenstand Zuordnung wird man auf einer Karte aber niemals finden, sondern immer nur eine "falsche" Zuordnung. Außerdem ist auf der Rückseite der Karte immer das genau ergänzende Gegenteil zu finden. Ist auf der Vorderseite einer Karte eine pinke Erdbeere so findet man auf der Rückseite den pinken Gegenstand in der Farbe der Erdbeere, also einen roten Flamingo.


Gespielt wird über acht Runden. Zu Beginn einer Runde nimmt der Startspieler die beiden untersten Karten vom Nachziehstapel und legt diese für alle Spieler gut sichtbar in die Tischauslage. Sofort fangen alle Spieler an passende Karten aus der Tischauslage zu nehmen und vor sich abzulegen. Eine Karte gilt als passend, wenn sie die Farbe eines der beiden Objekte auf den Zielkarten oder eine der beiden Farbe der Zielkarten hat. Zeigt eine Zielkarte eine grüne Aubergine dürfen alle Frösche und alle lilanen Karten genommen werden. Eine Runde läuft so lange bis ein Spieler sich die blaue Banane aus der Tischmitte nimmt. Er sagt damit an, dass aktuell keine Karte auf den acht Kartenstapel zu den Zielkarten passt. Nun folgt die Rundenauswertung. Dazu dreht man einfach die Zielkarten auf die Rückseite, so dass nun die tatsächlichen Bedingungen zu sehen sind, welche Karten letztendlich eingesammelt hätten werden dürfen.
Reihum wird bei jedem Spieler überprüft ob die genommenen Karten richtig waren. Für jede falsche Karte die ein Spieler genommen hat muss er nun soviele Karten abgeben wie er Starfchips hat. Liegen in der Tischmitte noch Karten die man hätte nehmen können, muss der Spieler der die blaue Banane genommen hat so viele Karten abgeben wie er Strafchips hat. Reichen die gesammelten Karten für die Bezahlung der Fehler nicht aus, muss man auch auf Karten zurückgreifen die man in den Runden davor bereits genommen hat. Man kann aber niemals unter Null fallen.
Nun wird geschaut wer aktuell die meisten Karten aus allen bisher gespielten Runden besitzt. Der Spieler mit den meisten Karten bekommt nun einen Strafchip den er vor sich ablegt. Bei Gleichstand bekommen alle Spieler, die am Gleichstand beteilig sind, einen Strafchip.
Hat ein Spieler bereits fünf Strafchips vor sich liegen, bekommt er keinen weiteren mehr. Fünf Strafchips ist die maximale Anzahl an Chips, die ein Spieler bekommen kann.
Danach gehen die beiden Zielkarten an den Spieler, der die blaue Banane, allerdings nur wenn es wirklich keine passenden Karten in der Auslage mehr gab. Ansonsten kommen die beiden Karten aus dem Spiel. Der Spieler der die blaue Banane genommen hat wird jetzt Startspieler der nächsten Runde.




Das Spiel endet nach der achten Runde. Es gewinnt nun der Spieler, der die meisten Karten besitzt.

Variante 1:
Hier wird mit der Spielmodusseite gespielt die ein rotes X zeigt. Nun dürfen nur Karten genommen werden die nicht den Bedingungen der Zielkarten-Rückseiten entsprechen. Liegt zB. ein roter Zylinder und ein grüner Blauwal aus, dürfen keine Erdbeeren, keine schwarzen Karten, keine Frösche und keine blauen Karten genommen werden, sondern nur alle anderen.

Variante 2:
In dieser absoluten Profivariante wechseld die Spielmodus-Karte jede Runde. Mal müssen passende Karten genommen, mal nicht.

(Superfred 7.01.20)

Weitere Infos:
- Die Homepage von Piatnik Spiele

Superfred vergibt 8 von 10 Punkten:
Blue Banana ist eines fantastisches Reaktionsspiel bei dem mal mehrfach um die Ecke denken darf, welches sich aus der Masse mit dieser Spielart aber deutlich heraus hebt. Das Prinzig dieser Spiele ist bekannt. Man deckt eine Zielkarte auf, oder im Fall von Blue Banana, muss im Kopf ein paar Überlegungen anstellen und dann die Karten finden, die dem gefundenen Ergebnis entspricht. Wer so eine Art von Spiel nicht mag, brauch erst gar nicht weiter zu lesen. Ihm wird auch Blue Banana nicht gefallen. Auch unterscheidet sich Blue Banane nicht von anderen Spielen darin, dass man eine Lernkurve durchschreiten muss, damit das Spiel Spaß macht. Die ersten Runden ziehen sich. Immer wieder muss man auf die Übersicht schauen, welche Farbe zu welchem Objekt gehört. Ist das wirklich so schwierig? Die Objekte sind doch wirklich eindeutig gewählt, oder? Ja, dass sind sie und trotzdem kommt es in den ersten Runden vor, dass man sich fragt welches Objekt zur Farbe schwarz gehört. Und das,obwohl dort ein roter und ein grüner Zylinder auf dem Tisch liegen. Aber auch das pendelt sich nach mehreren Runde schnell ein und die beiliegende Übersicht wird nicht mehr benötigt. Letztendlich ist Blue Banana ja auch ein schnelles Spiel und wer immer wieder auf die Übersicht schauen muss, verliert wichtige Sekunden. Normalerweise funktionieren solche Spiele nur dann, wenn alle Spieler das gleiche Level haben. Blue Banana vereinigt aber auch Spieler die unterschiedlich "gut" sind. Hier hat Wolfgang Warsch ein kleines aber durchaus wirkungsvolles Regulativ eingebaut. Jeder Spieler startet mit einem Strafchip und am Ende einer Runde bekommt der aktuell beste Spieler einen weiteren Strafchip hinzu. Ja, Strafchip, denn diese Chips zeigen nicht nur den stärksten Spieler an an, sie geben auch an wieviele Karten man abgeben muss, wenn man Fehler macht und Fehler machen auch die besten Spieler. Auch ist das Rundenende sehr gut gelöst. Hier braucht man keinen Timer eine bestimmte Anzahl von Irgendetwas. Die Spieler bestimmen das Ende einer Runde quasi selbst, in dem man ansagt dass es keine passende Karte mehr in der Auslage gibt. Das bedeutet man muss nicht nur überprüfen, ob einzelne Karten eine Bedingung erfüllen, man muss wirlich alle Karten durchgehen ob sie die Bedingung erfüllen oder nicht. Ansonsten gefällt uns bei diesem Reaktionspiel der Mechanismus mit der "gegenteiligen" Rückseite sehr gut. Und für alle die das Grundspiel sehr gut meistern empfehlen wird direkt die Variante 2, bei der sich ständig die Bedingung für das Nehmen der Karte ändern, die es schafft, dass auch die besten Spieler nicht fehlerfrei durchs Ziel kommen. Blue Banana ist einfach und schnell zu lernen. Gleichzeitig ist es aber auch sehr fordernd und verlangt volle Aufmerksamkeit beim Spielen. In Handel ist das Spiel für rund 12 Euro erhältlich.

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