Beowulf

Vielen Dank an Kosmos für die Zusendung eines Rezensionsexemplares

Auf einen Blick:
Verlag : Kosmos
Autor : Reiner Knizia
Graphik: John Howe
Spieleranzahl : 2-5
Alter : ab 12 Jahren
Dauer : 60-75 min.
Erscheinungsjahr : 2005

Spielart: Kartenablegespiel


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Beowulf von Kosmos

Das Spielmaterial
1 Spielplan - 1 Beowulf-Figur - 2 rote Markierungssteine - 5 Reihenfolgeanzeiger - 100 Aktionskarten - 10 Sonderkarten - 36 Ruhmesplättchen - 24 Schatzplättchen - 3 Misserfolgsplättchen - 36 Bündnisplättchen - 12 kleine Wundenplättchen - 10 große Wundenplättchen - 1 Doppelwundenplättchen - 1 Spielregel

In diesem Spiel wird die alt-nordische Saga von Beowulf aufgegriffen, der einst auszog um zahlreiche Abenteuer zu bestehen und so in die Legende einging. Die Spieler übernehmen hierbei die Rolle von den Begleitern Beowulfs, die ihrem Herrn beistehen. Ziel ist es dabei, die meisten Heldentaten zu gewinnen und am meisten Punkte zu machen, um so nach dem Tod Beowulfs dessen Nachfolger zu werden. Die einzelnen Kämpfe um die Heldentaten werden dabei mit Aktionskarten ausgetragen, die über Erfolg und Misserfolg bestimmen.

Vor dem Spiel wird die Beowulf-Figur an den Rand des Spielplans gestellt. Der jüngste Spieler erhält einen roten Markierungsstein, der immer den Startspieler anzeigt. Der zweite Markierungsstein wird nur dann benötigt, wenn weniger als 5 Spieler teilnehmen. Damit wird dann jeweils die im Uhrzeigersinn erste Position auf jeder Hauptepisode (große runde Felder) abgedeckt, deren Position höher ist, als die Anzahl der teilnehmenden Spieler (bei drei Spielern wird also das im Uhrzeigersinn vierte Feld abgedeckt; Feld 4 und 5 stehen dann nicht zur Verfügung). Je nach Spieleranzahl werden außerdem Sondkarten bereitgelegt. Die Sonderkarte "Der Eiserne Schild" wird nur im Fortgeschrittenenspiel benötigt. Danach erhält jeder Spieler eine Aktionskarte mit Helm ("Beowulf"), die als Joker eingesetzt werden kann. Es gibt noch 4 weitere Aktionskarten (Reise, Freundschaft, Mut, Kampf), die alle nur genau für dieses Symbol verwendet werden können. Von diesen Karten erhält jeder Spieler nun noch eine Kampf-Aktionskarte mit doppeltem Wert. Zum Abschluss der Vorbereitung werden die restlichen Aktionskarten gemischt und bilden einen verdeckten Nachziehstapel. Danach beginnt das Spiel.

In jeder Spielrunde bewegt sich die Beowulf-Figur ein Feld weiter. Die Spieler nehmen dann auf den entsprechenden Feldern an den Questen Beowulfs teil. Jedes Feld gibt eine Episode aus der Beowulf-Saga wieder. Im Grundspiel werden die goldenen Schatzepisoden nicht gespielt, alle anderen Arten aber schon. Je nach Art der Episode haben die Spieler unterschiedliche Aktionsmöglichkeiten:
Immer wenn eine Episode - gleich welcher Art - gespielt wurde, wird die Beowulf-Figur auf die nächste Episode gesetzt und eine neue Runde beginnt.

Das Spiel endet, nachdem die Episode "Beowulfs Tod" gespielt wurde. Danach zählt jeder Spieler seine Punkte zusammen. Diese Punkte entsprechen jeweils den Zahlen auf den Schatz- und Siegpunkteplättchen (die Bündnisplättchen sind entweder Schatz- oder Siegpunkteplättchen). Spieler ohne Wundenplättchen erhalten außerdem einen Bonus von 5 Punkten. Kleine Wundenplättchen zählen dabei nicht, allerdings entsprechen drei kleine Wundenplättchen einem normalen Wundenplättchen; das Doppelwundenplättchen zählt sogar 2 Wunden. Spieler die mindestens 3 normale Wundenplättchen haben, müssen pro Wunde 5 Punkte abziehen. Die kleinen Kratzer werden auch hierbei nicht berücksichtigt, außer sie entsprechen ein oder zwei Wunden etc.. Am Ende wird dann der Spieler Beowulfs Nachfolger, der die höchste Gesamtpunktzahl erreicht hat und gewinnt somit das Spiel. Bei Gleichstand teilen sich die beteiligten Spieler den ersten Platz.

Das Fortgeschrittenen-Spiel ist nicht wirklich wesentlich komplizierter. Lediglich die Schatzepisoden werden nun mit aufgenommen. Schatz-Episoden werden genau wie Hauptepisoden gespielt, bei der die Spieler der Reihe nach ausspielen. Allerdings wird bei den Schatz-Episoden nicht mit Aktionskarten, sondern mit Schatz- (und Bündnisplättchen mit Schätzen) geboten. Außerdem kommt die "Der Eiserne Schild"-Sonderkarte ins Spiel, die drei Kampfsymbole zeigt.
(Troudi 14.11.05)

Weitere Infos:
- Die Homepage von Kosmos

Troudi vergibt 6 von 10 Punkten:
Tatsächlich ist der Mechanismus von "Beowulf" zwar nicht ganz neu, dafür aber interessant. Es gilt sorgfältig zu überlegen, wann man jetzt seine Karten einsetzt. Häufig ist man gut beraten, erstmal nur wenige Karten zu riskieren und dann abzuwarten, was die anderen Spieler machen. In einigen Hauptepisoden kann man außerdem auch schon mal darauf verzichten, eine Karte auszuspielen, da auch die Belohnung für den letzten Spieler nicht unbedingt negativ sein muss und man seine Karten vielleicht lieber für die nächste Episode aufsparen möchte. Auch die Risiko-Episoden sind ganz nett, denn sie haben natürlich ein gewisses Ärgerpotential. Elementar ist also die Planung, wann man welche Karten ausspielt. Da man die Karten ziehen muss, ist das Spiel in diesem Punkt also schon glücksabhängig, was durch eine sinnvolle Taktik jedoch in den Griff zu kriegen ist. Trotzdem: Insgesamt wäre die eine oder andere Episode weniger doch eher mehr gewesen. Am Ende dauert das Spiel dann doch einfach zu lange und am Ende verspürt man dann doch ein Gefühl der Erleichterung, wenn alles vorbei ist. Der Spielplan ist zwar schön illustriert, die einzelnen Episoden sind allerdings häufig zu klein und daher unübersichtlich. Apropos Illustration: Auch die Verbindung zwischen Thema und Spiel ist uns leider beim Testen nicht offensichtlicher geworden. Jedes andere Thema hätte es hier auch getan. Insgesamt dürfte das Spiel eher für Familien interessant sind. Eingefleischte Spielefans sollten das Spiel erstmal ausprobieren und sich dann eine eigene Meinung bilden. Das Spiel ist für ca. 24 Euro im Handel zu haben.

Weitere Meinungen zu Beowulf:
Superfred :
Beowulf ist ein Spiel mit einem interessanten Mechanismnus, bei dem es darum geht seine Kartenhand zur richtigen Zeit entweder auszubauen oder einzusetzten, um dadurch Punkte zu sammeln. Leider ist es auch ein Spiel mit völlig aufgesetztem Thema. In den Spielen hatte ich zu keiner Zeit das Gefühl, dass ich Beowulf auf seiner Reise begleite und verschiedene Heldentaten bestehen muss. Auch das Spielbrett selber gibt Rätsel auf, da ein quadratisches Viertel entfernt wurde und in der Mitte auch noch ein runder Bereich ausgeschnitten wurde. Für das Spiel hätte auch ein rechteckiger Plan gereicht. Hatte hier Kosmos womöglich etwas geplant was nicht umgesetzt worden ist oder vielleicht noch später als eine Erweiterung kommen soll, man weiss es nicht. Gut über Thema und Spielplan kann man unterschiedlicher Meinung sein, das Spiel selber gefällt mir aber. Kein Spiel das ich selber als Vorschlag aus dem Schrank holen würde, aber wenn noch ein Spieler für ein Beowolf gesucht wird, bin ich wieder dabei
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